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Loslassen lernen

Wie Sie mit Ihrer Erziehung die Entwicklung Ihres Kindes prägen

Das Verhalten von Eltern hat einen grossen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, doch vorrangig ist die Art, wie Eltern mit ihrem Kind umgehen und ihre Beziehung zum Kind gestalten.
Erziehung umfasst alles, was Eltern tun – aber auch das, was sie unterlassen. Erziehungsverhalten kann Kinder stärken, sie kann ihre Entwicklung aber auch ausbremsen.

Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt und stützt sich auf eine stabilen Eltern-Kind-Beziehung, berücksichtigt Bedürfnisse und fördert es dabei, seine Fähigkeiten zu entfalten.

Überbehütetes Erziehungsverhalten

Ein überbehütetes Erziehungsverhalten, umgangssprachlich als Helikoptereltern bezeichnet, beschreibt ein überfürsorgliches Verhalten von Mutter, Vater oder gar beiden Elternteilen. Sie überwachen ihr Kind nahezu ununterbrochen und greifen häufig ein.  Dieses stark kontrollierende Verhalten ist dem Alter und dem Entwicklungsstand des Kindes oft nicht mehr angemessen und kann sich deshalb ungünstig auf seine Entwicklung auswirken. Die Gründe für ein überbehütendes Verhalten liegen in den persönlichen Erfahrungen, sozialen Kontexten der Familie, Umweltfaktoren, dem Charakter des Kindes. Gesundheitliche Herausforderungen können ein solches Erziehungsverhalten verstärken. Entwicklungsstörend sind:

  • übermässige Nähe – Eltern sind ständig in Griffnähe ihres Kindes und involvieren sich immer. Dadurch hat das Kind wenig Raum, eigene Erfahrungen zu machen.
  • Autonomie unterdrücken, Abhängigkeit schaffen – Den Eltern fällt es schwer, ihrem Kind eigenständiges Handeln zuzutrauen. Indem sie ihm Aufgaben abnehmen z.B. Alltagshandlungen, Entscheidungen wird die Selbständigkeit des Kindes eingeschränkt.
  • Angst um Sicherheit: Die Eltern Sorgen sich übermässig und kontrollieren die Tätigkeiten oder die Umgebung des Kindes übertrieben. Dem Kind fehlt die Gelegenheit Risiken selber zu erkennen.
  • Fehlende Strukturen & Grenzen: Eltern ordnen alles den Wünschen des Kindes unter z.B. wann es schlafengehen will. Dabei verlieren sie ihre eigenen Bedürfnisse und auch das Leben als Paar – aus den Augen.
  • Schuldzuweisungen: Helikoptereltern neigen dazu, Anderen für Misserfolge ihres Kindes die Schuld zuzuschieben.

Es ist unmöglich, jederzeit alles perfekt so zu gestalten, dass sich ein Kind optimal entwickelt. Solange förderliche Elemente überwiegen, können einschränkende Erziehungsverhaltensweisen kompensiert werden.
Nicht immer, wenn man seinem Kind Aufgaben abnimmt – wie beim Anziehen der Finken zu helfen oder es im Buggy zur Kita schiebt obschon es schon laufen kann – ist das überfürsorglich. Oft ist es nur Zeitmangel oder gemeinsame Gewohnheitsrituale. Wichtig ist, dass Kinder trotzdem genügend Gelegenheit bekommen ihre Fähigkeiten eigenständig zu trainieren.

Alle Kinder haben in der MAJMUNSCHE viele Chancen: Dort können sie Erfahrungen im Beisein der Kita-Betreuerinnen sammeln, neue soziale Kontakte knüpfen, Freundschaften zu Gleichaltrigen schliessen und eigene Lösungen finden. Eltern bekommen dadurch Vertrauen in die Fortschritte ihres Kindes, geben ihm zu Hause Freiräume für Selbständigkeit und alterspassende Verantwortungsübernahme, ohne dass die elterliche Fürsorge verloren geht.

Die MAJMUNSCHE steht Ihnen beratend und helfend zur Seite, damit Ihr Kind sich nach seinen Potenzialen entwickeln kann.

 

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Betreuungsgutscheine für Eltern 2026

Betreuungsgutscheine ab 1. August 2026

Die familienergänzende Kinderbetreuung in Fehraltorf wird neu finanziert. Künftig werden alle in Fehraltorf wohnhaften Familien gleichbehandelt. Eltern dürfen dann frei entscheiden, in welcher Kita ihre Kinder betreut werden, und erhalten dafür neu Betreuungsgutscheine. Der subventionierte Betreuungsgutschein richtet sich also nicht nach der Kita, in welcher Sie Ihr Kind betreuen lassen sondern ausschliesslich nach Ihrem Einkommen.

Zur Orientierung steht Ihnen  der bisherige Beitragsrechner der Gemeinde Fehraltorf zur Verfügung, um sich einen groben Überblick über die voraussichtlichen monatlichen Betreuungskosten zu verschaffen.

Ab 1. August 2026 gilt neu:
– Massgebendes steuerbares Einkommen bis CHF 150’000.00
– zuzüglich 10% steuerbaren Vermögens nach Abzug Freigrenze von CHF 80’000.00

Eltern mit einem steuerbaren Einkommen von über CHF 150’000.00 sind nicht subventionsberechtigt. Eltern, welche alleine oder gemeinsam ein steuerbares Einkommen bis CHF 150’000.00 erwirtschaften erhalten Betreuungsgutscheine. Den Antrag die Betreuungsgutscheine zu erhalten können Sie ab 1. Mai 2026 stellen.

Welche Zahlen sind für das steuerbare Einkommen massgebend? Nehmen Sie dafür Ihre Steuererklärung:
Steuerbares Einkommen; Seite 3 / Position 27
+ 10% des steuerbaren Vermögens; Seite 4 / Position 37

 

 

 

 

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Tummy Time

Die Welt vom Boden aus entdecken: Wie Sie Ihrem Kind die Freiheit zur Entwicklung schenken

Es gibt kaum etwas Schöneres, als die wohlige Wärme Ihres Kindes in den Armen zu spüren. Der tiefe Wunsch, unserem Baby Liebe und Geborgenheit zu geben, ist ganz natürlich und der Grundstein für eine starke Bindung. Genau diese Fürsorge führen oft dazu, dass wir unsere Kleinsten so oft wie möglich tragen. Doch es gibt einen Ort, der für die Entwicklung Ihres Kindes ebenso magisch ist wie Ihre Arme: der Boden.

Vielleicht haben Sie schon gehört, wie wichtig die Tummy Time (Bodenzeit) ist. Wir möchten Ihnen erklären, warum diese Momente so wertvoll sind und wie Sie die Entdeckungsreise Ihres Kindes auf dem Boden unterstützen können. Es geht darum, eine gesunde Balance zu finden, welche die Entwicklung Ihres Kindes auf allen Ebenen fördert.

Der Boden – das Gym und Ausgangspunkt Ihres Kindes 🤸‍♀️

Wenn wir ein Baby auf den Rücken oder Bauch legen, geben wir ihm eine einzigartige Gelegenheit, die Welt aus einer neuen Perspektive zu erkunden. Der Boden ist wie ein riesiger Spielplatz, auf dem das Kind die ersten grundlegenden Bausteine für seine motorische Entwicklung legt:

  • Der Weg zum Drehen: Jedes sanfte Wackeln, jeder Versuch, den Kopf zu heben oder die Beine zu bewegen, trainiert die Rumpfmuskulatur. Diese unscheinbaren Bewegungen sind die Vorbereitung für das grosse Ereignis, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen.
  • Vom Robben zum Krabbeln: In der Bauchlage trainiert das Kind die Muskeln in Nacken, Schultern und Armen. Es lernt, sich abzustossen, zu robben und schliesslich zu krabbeln. Diese Fähigkeiten sind nicht nur für die Fortbewegung wichtig, sondern stärken ebenso die Hand-Auge-Koordination und das räumliche Denken.
  • Körperempfinden lernen: Auf dem Boden fühlt das Baby seinen eigenen Körper auf eine ganz andere Art. Es spürt, wie die Schwerkraft wirkt und wie sich verschiedene Oberflächen (Teppich, Parkett, Decke) anfühlen. Diese Erfahrungen helfen ihm, ein Gefühl für seinen eigenen Körper zu entwickeln – das sogenannte Körperschema – und zu verstehen, wie es sich im Raum bewegen kann.

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind krabbelt, sich aber nicht vom Rücken auf den Bauch dreht, ist das übrigens kein Grund zur Panik. Manche Kinder überspringen Meilenstein. Oft hat das Kind eine starke Muskulatur für das Krabbeln entwickelt, aber die spezifische Rotation, die für das Drehen nötig ist, noch nicht gemeistert. Mit den richtigen Anreizen können Sie diese Fähigkeit spielerisch fördern.

Die Kunst des Loslassens – Wie man das Kind ablegt, ohne es zu frustrieren 😌

Es ist normal, dass ein Baby anfangs vielleicht weint, wenn es abgelegt wird. Das ist keine Ablehnung, sondern eine natürliche Reaktion, die besagt: «Bleib in meiner Nähe!» Ihr Kind fühlt sich in Ihrem Beisein geborgen. Es sieht Sie, es kann ihre Hand greifen, Sie können auch ohne Körperkontakt miteinander kommunizieren und Ihrem Kind Sicherheit durch Ihre Präsenz vermitteln.

Tipps für den Einstieg in die Tummy Time:

  • Die Landezone vorbereiten: Schaffen Sie in jedem Raum einen sicheren und ansprechenden Ort für Ihr Baby, zum Beispiel eine Spieldecke mit einem Spielbogen. Das macht es Ihnen leicht, Ihr Kind spontan abzulegen.
  • Die sanfte Landung: Wenn Sie Ihr Kind ablegen, tun Sie dies langsam und behutsam. Bleiben Sie für einen Moment in seiner Nähe, halten Sie noch eine Hand auf seinem Bauch oder streicheln Sie seinen Rücken. Sprechen Sie beruhigend mit ihm, bis es sich an die neue Position gewöhnt hat.
  • Kurze, aber regelmässige Einheiten: Beginnen Sie mit wenigen Minuten und verlängern Sie die Zeit nach und nach. Jede Minute zählt und ist ein wertvoller Schritt in der Entwicklung.

Indem Sie Ihrem Kind die Möglichkeit geben, auch allein Zeit auf dem Boden zu verbringen, lehren Sie es eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt: die Selbstregulation. Ihr Kind lernt, mit kleinen Momenten der Frustration umzugehen und es seine Umwelt aus sich selbst heraus erobern kann. Es gewinnt Selbstvertrauen und die Gewissheit, dass etwas Neues keine Bedrohung darstellt.

Das Wichtigste ist, die Balance zwischen Nähe und Freiheit zu finden. Sie leisten Grossartiges, indem Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes erfüllen. Genauso wichtig ist es, ihm die Chance zu geben, sich zu entfalten und zu einem selbstständigen kleinen Entdecker/in zu werden.

Die MAJMUNSCHE steht Ihnen gerne bei der individuellen Entwicklungsbegleitung Ihres Kindes zur Seite.

 

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Familiäre Krisen

Wie begleiten ich mein Kind während schwierigen, familiären Situationen?

Schon auf dem Weg in die Kita müssen Sie ihr Kind tragen, es an die Hand nehmen, weint bereits beim Verlassen des Daheims? Am liebsten ist Ihr Kind bei Ihnen auf dem Arm, auf dem Schoss oder will nonstop getragen werden? Nachts schläft es oft nicht gut oder möchte zu Ihnen ins Elternbett kommen? Ihr Kind ist sehr anhänglich. Manchmal fällt es zurück in babyhafte Verhaltensweisen. Ihr Kind hat grosse Schwierigkeiten sich von Ihnen zu lösen?

Gründe dafür sind meist Veränderungen, Konflikte im familiären Umfeld oder Trennung der Eltern

Kinder nehmen, die mit einer Trennung einhergehenden Veränderungen innerhalb ihrer Familie bewusst war. Sie bemerken belastende Gefühle, Frustration und Konflikte; auch dann wenn die Eltern diese vor ihrem Kind zu verbergen versuchen. Der dadurch entstehende Verlust emotionaler Verfügbarkeit und Gewohnheiten führt beim Kind zu Verunsicherung. Eltern sind in solchen Phasen vermehrt mit sich selber und ihrer Beziehung zueinander absorbiert. Durch den kindlichen Egozentrismus und magisches Denken beziehen die Kinder vieles auf sich, so dass Schuldgefühle entstehen können.  Sie sind in der Lage Erinnerungen, Situationen mit ihren Personen zu verknüpfen und erleben Sehnsucht und das Vermissen dieses Menschen.

Reaktionen des Kindes in Belastungsphasen

  • Ablösungsprobleme, Kind hat Mühe sich von den Eltern zu trennen
  • emotionale, soziale Bedürfnisse werden kompensiert indem es verstärkt Nähe und Zuwendung zu seinen Betreuerinnen in der Kita sucht, sensibler ist
  • durch vermindertes Wohlbefinden wird exploratives Lernen verlangsamt

Wichtig! Es braucht keine starken, lauten Konflikte in der Familie, damit das Kind diese wahrnimmt! Es sieht auch nonverbales Verhalten und spürt die Familienstimmung, Traurigkeit deutlich. Auch ein Kind leidet unter den Auswirkungen solcher Probleme.

Überforderungsymptome des Kindes

  • Unsicherheit, emotionales Attachment an Elternteil, deutlich erkennbar bei bevorstehender Trennung und Schwierigkeiten bei Bewältigung kleiner Übergänge wie Ort-/Raumwechsel, diese führen bereits zu Verlust-/ Trennungsängsten, erhöhtes Nähebedürfnis nachts
  • Verhaltensänderung: Eifersucht, aggressives Verhalten, erschwerte Emotionsregulierung (Selbstberuhigung nur mit Erwachsenenhilfe), evt. soziale oder motorische Anpassungen, leichte Ablenkbarkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, Interesse oder Motivation
  • Entwicklungsverzögerung: Wiedereinnässen, Fremdeln, kleinkindliches Sprechen, andere Tonalität, Kopf-/Bauchschmerzen, Ein-/Durchschlafproblematik, Angstträume

Gefahren

  • Schuldgefühle speziell 3-5 Lebensjahr
  • Loyalitätskonflikt und Überforderung
  • Verwöhnfallen: materielle Geschenke, Entlastung durch Medienkonsum, Vermeidungsverhalten z.B. nicht mehr aufräumen müssen etc.
    Dadurch kann beim Kind eine Anspruchshaltung entstehen anstatt Verantwortung zu übernehmen und Probleme aktiv zu lösen. Zudem wird Gewohntes durch vermeintlich Neues ersetzt, was mit einem weiteren Stabilitätsverlust einhergeht. Dies führt oft zu noch mehr Tränen.

Gerade in Krisen ist eine kindergerechte, authentische Kommunikation angezeigt. Sprechen Sie als Familie zusammen. Holen Sie sich, die für Sie erforderlichen Auszeiten, um sich zu regenerieren und wiederum Ihrem Kind die körperliche Nähe und gemeinsame Zeit zu bieten, welche es braucht.

Die MAJMUNSCHE hilft gerne bei der Schaffung von Freiräumen und familienergänzender Betreuungsunterstützung Ihrer Liebsten.